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Newt Gingrich hat die Vorwahl der US-Republikaner in South Carolina überraschend klar gewonnen: Der Ex-Parlamentspräsident hat einen Vorsprung von rund 13 Punkten auf seinen Hauptkonkurrenten Romney. Damit ist der Ausgang des Rennens wieder völlig unklar.
Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington
"Newt kann gewinnen", riefen die Anhänger von Newt Gingrich. Der Sieger des Abends strahlte über das ganze Gesicht, als er auf die Bühne trat.
Kein Wunder: Gingrich hat eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt. Vor weniger als einer Woche lag er in Umfragen noch zehn Prozentpunkte hinter seinem schärfsten Konkurrenten Mitt Romney, die Vorwahl in South Carolina aber entschied Gingrich mit rund 40 Prozent der Stimmen deutlich für sich.
In seiner Rede attackierte er Präsident Obama scharf. Dessen erste Amtszeit sei ein Desaster und eine zweite werde noch radikaler, warnte Gingrich.
Seine drei parteiinternen Rivalen lobte er hingegen gönnerhaft, aber diese Spitze gegen den Multimillionär Romney konnte sich Gingrich nicht verkneifen: "Wir haben nicht so viel Geld wie zumindest ein Kandidat von uns hat. Aber wir haben Ideen und Menschen. Und wir haben hier in South Carolina bewiesen, daß die Macht der Menschen mit den richtigen Ideen das große Geld schlagen kann. Und das werden wir in Florida wieder beweisen."
In Florida findet in zehn Tagen die nächste Vorwahl statt. Und das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ist mit Gingrichs Sieg in South Carolina wieder völlig offen. "Dieses Rennen ist jetzt noch interessanter geworden", so formulierte es Romney, als er sich bei seinen Anhängern in South Carolina bedankte. Bei seinem Auftritt machte er klar: Jetzt ist nicht mehr nur Präsident Obama sein Gegner, sondern auch Gingrich: "Präsident Obama hat keine Erfahrung ein Unternehmen oder einen Staat zu führen. Unsere Partei kann nicht mit jemandem gewinnen, der ebenfalls nicht weiß, wie man ein Unternehmen oder einen Staat führt."
Diese Bemerkung ging ganz klar an die Adresse von Gingrich, dem ehemaligen Sprecher des US-Abgeordnetenhauses. Gingrich war anders als Romney nie Gouverneur eines Staates und hat auch kein Unternehmen geleitet.
Trotzdem trauen die konservativen Republikaner in South Carolina in Wirtschaftsdingen Gingrich deutlich mehr zu als dem ehemaligen Investment-Unternehmer Romney. Aber nicht nur das. Mehr als die Hälfte der Wähler in South Carolina gab an, dass für sie jetzt Gingrich derjenige ist, der Obama am ehesten schlagen kann. Bisher galt das für Romney. Klar ist: Romney muss in Florida gut abschneiden, sonst wird es für ihn eng.
Bei diesem spannenden Ergebnis hatten es die beiden anderen republikanischen Kandidaten schwer, sich Gehör zu verschaffen. Rick Santorum - der sich wie Gingrich als die klare konservative Alternative sieht, kam mit 17 Prozent auf den dritten Platz. Fast flehentlich klang es als er sagte: "Ich bitte Euch - das Rennen ist noch weit offen - unterstützt mich im Kampf."
Auf den vierten Platz landete der marktradikale Ron Paul mit 13 Prozent. Auch er kündigte an, bis zum Schluss im Rennen bleiben zu wollen. Wie lange dieses Rennen noch dauert, ist seit gestern Abend offener denn je.
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