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In Syrien dauern die Kämpfe zwischen Armee und Regierungsgegnern unvermindert an. Neben den vielen syrischen Opfern in Homs ist nun auch der Tod zweier Journalisten aus den USA und aus Frankreich zu beklagen. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die eine Bewaffnung der Opposition fordern.
Von Ulrich Leidholdt, ARD-Hörfunkstudio Amman
[Bildunterschrift: Die Journalistin Marie Colvin und der Fotograf Remi Ochlik wurden in Homs getötet. ]
Die syrische Armee schießt Granaten und Raketen auf Baba Amr, ein Viertel von Homs. Den 20. Tag in Folge bombardieren die Streitkräfte die Hochburg des Widerstands in der Millionenstadt. Hunderte Opfer sind seit Monatsbeginn zu beklagen. Nun wurden auch zwei ausländische Journalisten getötet.
"Elf Granaten trafen ein Haus, in dem sich die Journalisten aufhielten" berichtet der Aufständische Hadi Abdallah. Die Amerikanerin Mary Colvin und der französische Fotograf Remi Ochlik sind tot, ein britischer und zwei französische Journalisten sind verletzt. Edith Bouvier ist so schwer verletzt, dass sie sterben wird, wenn sie nicht sofort operiert wird.
Die erfahrene Kriegsberichterstatterin Mary Colvin, die für die britische "Sunday Times" arbeitete, hatte noch am Dienstag ihre Eindrücke aus Homs in einem Interview geschildert: "Die Armee lässt keinen raus. Wen die Granaten nicht treffen, der muss die Heckenschützen fürchten. Sie liegen überall auf den Gebäuden. Was wirklich krank macht, ist ihr gnadenlose Vorgehen: Sie bombardieren Wohnhäuser ohne jede Rücksicht. Das Ausmaß ist wirklich schockierend."
Die Zuspitzung der Lage in Homs, aber auch anderen Bürgerkriegs-Regionen in Syrien lässt die Forderung nach einem militärischem Eingreifen lauter werden. Das fordert auch die Exil-Opposition, der Syrische Nationalrat.
Der Vorsitzende Bourhan Galyoun sagt: "Seit Beginn der Mordkampagne des Regimes erklären wir, dass unser Hauptziel der internationale Schutz der Zivilbevölkerung ist. Sie soll ihre Zukunft selbst bestimmen und eine demokratische Regierung wählen können." Zuerst habe es der Nationalrat über die Arabische Liga versucht, dann mit dem UN-Sicherheitsrat. Das Veto Russlands und China hätten dem aber im Weg gestanden. "Jetzt wollen wir Gerechtigkeit. Wir haben viele Staaten auf unserer Seite - vielleicht schon mehr als 80. Die sollten mit allen Mitteln das Töten beenden und Zivilisten schützen."
Am Freitag wollen sich westliche und arabische Länder als "Freunde Syriens" in Tunesien mit der Opposition treffen. Da die Diplomatie auf der Stelle tritt, dürfte in Tunis die elf Monate lang ausgeschlossene militärische Lösung auf den Tisch kommen.
[Bildunterschrift: Das Foto soll Aufständische in Homs zeigen. Überprüfen lassen sich die Angaben nicht. ]
Auch die USA denken inzwischen zumindest an eine Lieferung von Waffen für den Widerstand. Obama-Sprecher Jay Carney: "Wir wollen zwar keine weitere Militarisierung in Syrien. Aber andere Möglichkeiten schließen wir nicht mehr aus, falls die internationale Gemeinschaft nicht rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergreift."
Ohne Ergebnis blieben bisher Verhandlungen zwischen dem syrischen Regime und dem Internationalen Roten Kreuz. Schwierig gestaltet sich auch die Kontaktaufnahme zur Opposition im Land. Das IKRK bemüht sich, wie jetzt auch Russland, um tägliche Feuerpausen und Rettungskorridore, um Verletzte bergen und Hilfsgüter zu Eingeschlossenen nicht nur nach Homs bringen zu können.
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