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Das Internet als Beschleuniger der arabischen Revolutionen, der sensationelle Wahlerfolg der Piraten in Deutschland, die Debatte um Facebook und andere Datenkraken, digitaler Druck auf Dr. zu Guttenberg und der Tod des Apple-Visonärs Steve Jobs: Diese Momente haben die Netzwelt 2011 geprägt.
Von Fiete Stegers, tagesschau.de
"#egypt", Ägypten, war 2011 das am häufigsten vergebene Schlagwort bei Twitter. Zusammen mit der Nr. 8 auf dieser Liste - "#jan25", dem Datum der ersten großen Demonstrationen - steht es für die erfolgreiche Revolution gegen die Herrschaft von Präsident Hosni Mubarak.
[Bildunterschrift: Oppositionelle stellen immer wieder Fotos und Videos ins Internet, die belegen sollen, dass der Aufstand weitergeht, hier in einem Vorort von Damaskus. ]
Gestürzt worden ist Mubarak nicht von Twitter-Nachrichten oder Facebook-Seiten, sondern von den Demonstranten auf der Straße. Aber in Ägypten und den anderen arabischen Ländern wie Libyen und Tunesien halfen die modernen Kommunikationsmittel den Menschen, sich zu organisieren, einander Mut zu machen und Nachrichten zu verbreiten. Das konnte auch das kurzfristige Lahmlegen der Internet-Verbindungen und Mobilfunknetze in Ägypten nicht verhindern.
Dass die virtuose Nutzung des Netzes nicht allein zum Erfolg führt, zeigt das Beispiel Syrien. Seit Monaten dokumentieren Oppositionsgruppen dort ihren Protest und das gewaltsame Vorgehen der Staatsmacht mit tausenden von Videos. Über YouTube und andere Plattformen erreichen sie an der Nachrichtensperre des Regimes vorbei die Weltöffentlichkeit. Doch Präsident Baschar al Assad sitzt noch immer im Sattel.
Der Rücktritt Mubaraks war hingegen weltweit das bei Twitter am intensivsten diskutierte politische Ereignis - gefolgt vom Tod des Terroristenführers Osama bin Laden am 2. Mai. Hier spielte das Netz aber nur bei der Verbreitung der Nachricht des Ereignisses eine Rolle. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass ein in der Nachbarschaft wohnender IT-Berater den Einsatz der US-Hubschrauber bereits auf Twitter vermeldet hatte, ohne zu wissen, um was es ging.
[Bildunterschrift: Die Internetseite "GuttenPlag Wiki" wurde für die Untersuchung der Doktorarbeit des Ministers mit einem Grimme Online Anward ausgezeichnet. ]
Auch in Deutschland zeigte sich die Macht des Internets, politische Prozesse zu beschleunigen: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg musste im Frühjahr seinen Hut nehmen. Nachdem ein Zeitungsartikel erste Zweifel an seiner Doktorarbeit aufkommen ließ, spürten Internetnutzer gemeinsam unzählige weitere unzulässige Textübernahmen auf. Auch Guttenbergs politische Unterstützer schlossen sich zusammen und forderten auf Facebook-Seiten ein Ende der "Jagd" auf den Minister. Von den Hunderttausenden virtuellen Unterstützern kam jedoch nur eine Handvoll zu den ankündigten "Massendemonstrationen" pro Guttenberg.
Dass Willensbekundungen im WWW nicht immer gleichbedeutend mit Mobilisierung in der nicht-digitale Welt sind, zeigte sich beim Sommerloch-Thema "Facebook-Partys": Nachdem eine Jugendliche aufgrund ihrer bei Facebook öffentlich eingestellten Geburtstagseinladung von Hunderten wildfremder Partygäste Besuch bekam, debattierten deutsche Innenminister ernsthaft über ein mögliches Verbot von Facebook-Partys.
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